Und was ist 2017 alles schiefgelaufen?

Als sich das Jahr 2017 dem Ende näherte, machten Raucher Pläne zum Umstieg, dachten Dampf-Unternehmen und Cigalike bzw. H-N-B Hersteller über die nächsten Schritte nach, während Politiker und Befürworter abwägten, wie sie mehr Unterstützung für ihren Standpunkt einfordern könnten. Der gemeine Dampfer jedoch hat sich seinen Tröpfler oder seinen Tank in dem Wissen gefüllt haben, dass die Dinge eigentlich nur besser werden können.

Es ist nicht so, dass der gegenwärtige Zustand schrecklich ist, es ist einfach so, dass langjährige Dampfer wissen, was ihnen ohne wirklichen Grund weggenommen wurde und es bleibt ihnen immer noch die Hoffnung, dass Dinge auch umgekehrt werden können. Wohlgemerkt, können.

Im vergangenen Jahr trat die 2. Fassung der europäischen Richtlinie für Tabakerzeugnisse endgültig in Kraft, aber abgesehen davon, dass diese sowohl Herstellern und Handel, aber auch den Endkunden viel Geld kostet, werden sich viele fragen, was wirklich damit erreicht wurde? Unnötige Einschränkungen auf 10 ml Flaschen haben die Geburt der 50/60 oder 100/120 ml Shotsysteme hervorgerufen. In Ländern in denen Tanks größer als 2 ml verboten sind, können diese mittels eines billigen Ersatzglases problemlos vergrößert werden. Oder man bestellt den Tank gleich im EU-Anrainer ohne dieses Verbot. Also aus einem 2 ml Tank einen 8 ml‘er machen, kein Problem.

Da aktuell keine dramatischen Gesetzesänderungen bevorstehen, können wir Dampfer eine Zeit der Ruhe und Konsolidierung genießen. Mit der unsäglichen sechsmonatigen Wartezeit auf neue Geräte haben wir uns inzwischen auch arrangiert. Dafür ist die Anzahl der Presseartikel, welche das Dampfen für die Ankunft des Antichristen erklären gesunken und elektronische Zigaretten wurden vom Großteil des Gesundheitswesens als doch gar nicht so tödlich anerkannt.

Wo E-Zigaretten dem Wettbewerb ausgesetzt sind und durch Assoziation mit den Tabakwaren immer noch schuldig gemacht werden, ist es das Bestreben der Tabakindustrie, HNB-Produkte auf den internationalen Märkten zu etablieren und die wahre Macht des Dampfens zu untergraben. BATs iFuse glo wird auch weiterhin Morris iQOS bekämpfen, aber das wahre Ergebnis wird ein weiterer Kampf der unabhängigen Dampfer-Szene gegen das aggressive Marketing der Tabakindustrie.

Vielmehr wird die internationale Dampferszene anderen großen Herausforderungen gegenüberstehen. Bislang scheint Großbritannien eines der wenigen Länder zu sein, in dem die besondere Besteuerung von Dampfprodukten nicht angedacht ist. In allen anderen Ländern steht dies zumindest zu befürchten, wenn man betrachtet, dass z.B. New York beabsichtigt, den Preis für das Rauchen im Juni 2018 um 25 % anzuheben und angesichts der Gleichbehandlung von Dampfgeräten und Tabakzigaretten scheint es unwahrscheinlich, dass E-Liquide davon unberührt bleiben.

In Europa machen es die skandinavischen Länder vor, Italien hat gerade nachgezogen und auch der künftige deutsche Finanzminister wird sich diese schnelle und sprudelnde Einnahmequelle vermutlich auch nicht entgehen lassen. Jedoch irgendwann, vielleicht schon in diesem jungen Jahr, werden die Leute genug davon haben, ewig von ihren Politikern gemolken zu werden. In den USA z.B. hat Kalifornien eine 27,3 % Umsatzsteuer auf alle Dampfprodukte, Kansas berechnet 20 Cent auf jeden verkauften ml E-Liquid, Pennsylvania knallt 40 % auf die Großhandelspreise und in Minnesota werden Dampfer durch das Hinzufügen von 95 % Steuer auf die Großhandelspreise geradezu ausgeblutet.

Für Millionen von Menschenleben können wir nur hoffen, dass die Regierungen 2018 einem aufgeklärteren und entspannteren Ansatz zum Dampfen folgen und endlich weltweit anerkennen werden, dass nur das Dampfen das Potential dazu hat, langfristig starke Raucher von ihrer Sucht abzubringen.