Akkusicherheit in der Praxis

Immer wieder hört oder liest man Schauermärchen von angeblich „explodierten“ E-Zigaretten. In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei um Akkus, welche lose in der Hosentasche transportiert wurden und die nach Kontakt mit ebenfalls in der Hosentasche befindlichen Schlüsseln oder Kleingeld ausgegast sind. Weiterere häufige Unfallursache sind manipulierte, oder außerhalb ihrer Spezifikation betriebene Akkuträger.Im Rahmen ihrer Ausrichtung betriebene Dampfgeräte explodieren nicht.

Nachfolgend dazu ein 12 Punkte Leitfaden zur Akkusicherheit, der von der amerikanischen Dampfervereinigung CASAA verfasst und durch unsere IG-ED in Deutsch übersetzt wurde. Dieser Leitfaden fasst die wichtigsten Punkte kompakt und verständlich zusammen und wer die darin gemachten Vorschläge beachtet, wird weitgehend von Unfällen damit verschont bleiben.

  1. Kenne Dein Gerät. Jedes Gerät hat spezielle Energieanforderungen, und die Akkus für dieses Gerät sollten diese Anforderungen mindestens erfüllen.
  2. Verändere NICHTS an dem Gerät, besonders dann nicht, wenn dadurch Lüftungslöcher oder -schlitze blockiert werden. Diese tragen zur Kühlung bei und erlauben im Notfall ein Entweichen von Batteriegasen.
  3. Kaufe nur Qualitätsakkus aus vertrauenswürdiger Quelle. Billige und gebrauchte Akkus haben ein minderwertiges Innenleben und können schnell versagen.
  4. Kaufe nur Akkus, die die Anforderungen Deines Gerätes erfüllen. Hüte Dich vor neu gelabelten Akkus mit angeblich hoher Leistung – viele davon sind gefälscht und versagen. Bevorzuge im Zweifelsfall Markenhersteller wie Sony, LG, Samsung usw. und kaufe sie bei einem Händler, der ihre genaue Herkunft kennt.
  5. Lagere und transportiere Akkus in passenden Kunststoffbehältern oder speziellen Akkuhüllen, um Beschädigungen und Kurzschlüsse zu vermeiden.
  6. Überschreite NIEMALS die Nennbelastbarkeit der Akkus. Durch Pulslasten werden die Akkus sehr belastet. Nach hohen Belastungen müssen die Akkus ruhen.
  7. Lass die Akkus nicht fallen. Wenn ein Akku heruntergefallen ist, sollte er sehr sorgfältig auf Beschädigungen untersucht werden. Jede äußere Beschädigung könnte auf eine Beschädigung im Inneren hindeuten.
  8. Setze Akkus keinen extremen Temperaturen aus. Bei zu niedrigen Temperaturen kann Elektrolyt im Akku gefrieren und brechen. Zu hohe Temperaturen können zu einem vorzeitigen Austrocknen des Elektrolyts und einer Beschädigung desselben führen. Beschädigtes Elektrolyt ist einer der Hauptgründe für Entgasung und Brand.
  9. Wenn ein Akku bei der Benutzung heiß wird – SOFORT AUFHÖREN! Akkus können sich beim Betrieb erwärmen, sollten aber niemals heiß werden. Lege das Gerät oder den Akku sofort an einen feuerfesten Ort, wie z.B. ein trockenes Porzellanwaschbecken drinnen, oder weit weg von Menschen, Haustieren und brennbaren Gegenständen draußen.
  10. Benutze ein für Lithium-Ionen-Akkus ausgelegtes, hochwertiges Ladegerät. Billige Ladegeräte können Akkus überladen oder zu schnell laden. Das schwächt den Separator und führt zu einer Blasenbildung im Elektrolyt. Dadurch kann der Akku gefährlich werden.
  11. Akkus sollten spätestens nach einem Jahr der Benutzung ausgetauscht werden und noch häufiger unter Hochlastanwendungen wie Dampfen. Wenn Du bemerkst, dass ein Akku länger braucht, um geladen zu werden, sich bei Benutzung stärker erhitzt oder er nicht mehr solange hält wie gewohnt, dann ist es an der Zeit, ihn zu ersetzen.
  12. Benutze niemals einen Akku mit beschädigter Hülle. Die Chance auf einen Kurzschluss ist wesentlich höher und eine beschädigte Hülle kann auch auf eine innere Beschädigung hindeuten.

Noch einmal kurz und knapp zusammengefasst: Verwendet ausschließlich Markenakkus welche ihr einzeln nur in Transportboxen mitnehmen solltet, benutzt nur gute Ladegeräte und entsorgt defekte Akkus sofort. Und bitte verzichtet auf den Kauf von mit 13.400 mAh und 50 A gelabelten Superakkus aus den großen Online-Auktionshäusern. Damit sind Unfälle dann vorprogrammiert.


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